Glossar Messtechnik und ISO-GPS — Begriffe kurz erklärt — CSL Industrielle Messtechnik
← Startseite
Wissen

Glossar: Fachbegriffe kurz erklärt

Die wichtigsten Begriffe aus Messtechnik, ISO-GPS und Prüfprozesseignung — so, wie sie auf unseren Seiten und in unseren Berichten verwendet werden. Jede Erklärung in ein bis zwei Sätzen, ohne Umwege.

Ein Begriff fehlt? Fragen Sie uns — wir ergänzen laufend.

Spezifikation und Norm

ISO-GPS
Das Normensystem der geometrischen Produktspezifikation (u.a. SN EN ISO 8015, ISO 1101). Es regelt, wie Masse, Form- und Lagetoleranzen auf Zeichnungen eindeutig festgelegt und geprüft werden. Unsere ISO-GPS-Leistungen →
Form- und Lagetoleranzen (F+L)
Toleranzen, die Gestalt (z.B. Ebenheit, Rundheit) und Lage (z.B. Position, Parallelität) von Geometrieelementen begrenzen — definiert in ISO 1101.
Bezugssystem
Die auf der Zeichnung festgelegten Bezüge, an denen das Bauteil beim Messen ausgerichtet wird. Das Bezugssystem entscheidet, ob Messergebnisse vergleichbar sind.
Referenztemperatur (ISO 1)
20 °C — die Temperatur, für die alle Längenmasse gelten. Deshalb werden Bauteile vor der Messung im Messraum temperiert.
Prüfplan
Legt fest, welche Merkmale mit welchem Messmittel, welcher Strategie und in welcher Häufigkeit geprüft werden.
EMPB / FAI
Erstmusterprüfbericht bzw. First Article Inspection — der dokumentierte Nachweis, dass ein Erstmuster alle Zeichnungsanforderungen erfüllt. Erstmusterprüfung bei CSL →
Lohnmessung
Anderes Wort für Auftragsmessung: Bauteile werden als Dienstleistung in einem externen Prüflabor gemessen — Anlieferung, Messung nach Zeichnung, Prüfbericht. Bei CSL heisst die Leistung Auftragsmessung.

Verfahren und Geräte

MPE (maximum permissible error)
Die maximal zulässige Anzeigeabweichung eines Messgeräts nach Spezifikation — Grundlage für die Wahl des richtigen Geräts je Toleranz.
Streifenlichtprojektion
Optisches 3D-Scan-Verfahren: ein Projektor wirft Streifenmuster auf das Bauteil, zwei Kameras erfassen die Oberfläche als dichte Punktwolke. 3D-Scan bei CSL →
Falschfarbenvergleich
Farbcodierte Darstellung der Abweichungen zwischen gescannter Oberfläche und CAD-Modell — Abweichungen auf einen Blick statt Zahlenkolonnen.
Computertomographie (CT)
Röntgenbasiertes Verfahren, das innenliegende Geometrien zerstörungsfrei erfasst — für Merkmale, an die kein Taster und keine Kamera gelangt. CT bei CSL →
Konturmessung
Tastschnittverfahren für Profile: Radien, Winkel, Gewinde- und Dichtkonturen werden im Profilschnitt normgerecht ausgewertet. Konturmessung bei CSL →
Ra / Rz
Die geläufigsten Rauheitskennwerte: Ra ist der arithmetische Mittenrauwert, Rz die grösste Höhe des Rauheitsprofils — normgerecht am Tastschnittgerät ermittelt. Rauheitsmessung bei CSL →
Reverse Engineering
Vom physischen Bauteil zum CAD-Modell: erfassen per 3D-Scan oder CT, Flächen zurückführen, als STEP ausgeben. Reverse Engineering bei CSL →
STEP
Neutrales CAD-Austauschformat nach ISO 10303 — von praktisch jedem CAD-System lesbar und deshalb Standard für die Weitergabe von Modellen.

Prüfprozess und Statistik

Messunsicherheit
Kennwert für den Zweifel, der jedem Messergebnis anhaftet. Erst mit ihr lässt sich ein Ergebnis nahe der Toleranzgrenze sicher beurteilen.
GUM
«Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement» — das internationale Grundlagendokument, nach dem Messunsicherheitsbudgets aufgestellt werden.
Rückführbarkeit
Die ununterbrochene Kalibrierkette eines Messmittels bis zum nationalen Normal — Voraussetzung dafür, dass Messergebnisse belastbar und vergleichbar sind.
MSA (Messsystemanalyse)
Verfahren zur Beurteilung, ob ein Messsystem für die Prüfaufgabe geeignet ist — u.a. Verfahren 1 bis 3 und GRR-Studien. Prüfprozesseignung bei CSL →
Cg / Cgk
Fähigkeitskennwerte des Messmittels aus MSA-Verfahren 1: Cg bewertet die Streuung, Cgk zusätzlich die systematische Abweichung — beides im Verhältnis zur Toleranz.
VDA 5
Der Leitfaden «Prüfprozesseignung» des Verbands der Automobilindustrie: bewertet Prüfprozesse über die Messunsicherheit statt nur über Kennzahlen.
SPC (statistische Prozessregelung)
Regelkarten und Fähigkeitskennwerte überwachen die Serienfertigung und zeigen Eingriffe an, bevor Ausschuss entsteht — vorausgesetzt, der Prüfprozess ist fähig.
Quality Gate
Prüftor im Warenfluss: Lieferteile werden vor Montage oder Versand systematisch geprüft — als Stichprobe, Los-Freigabe oder 100%-Prüfung. CSL Quality Gate →
Begriff geklärt, Aufgabe offen? Beschreiben Sie Ihre Messaufgabe — Antwort in der Regel innert eines Arbeitstags.
Messaufgabe beschreiben