Messprogramme einkaufen oder selbst erstellen?
Die Frage stellt sich in jedem Prüflabor und in jeder Qualitätssicherung: Messprogramme selbst erstellen oder einkaufen? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es gibt aber Kriterien, mit denen sich die Frage für den eigenen Betrieb rechnen lässt.
Die Ausgangslage
Interne Messtechnik pendelt in der Praxis zwischen zwei Zuständen — beide kosten Geld, aber auf verschiedene Weise.
Der Fachkräftemangel verschärft beides. Die Einarbeitung in ein 3D-Messsystem dauert lange, erfahrene Messtechnikerinnen und Messtechniker sind stark nachgefragt.
Was die interne Erstellung wirklich kostet
Wer die Kosten vergleicht, rechnet meist nur die Programmierzeit. Vier Positionen kommen dazu und entscheiden das Ergebnis:
Was die externe Erstellung leistet
Ohne Maschinenstillstand. Das Programm entsteht offline am digitalen Zwilling und wird erst zum Einfahren auf die Maschine gebracht. Messstrategie, Antastpunkte und Bezugssystem sind dann bereits geprüft.
Normgerecht und nachvollziehbar. Die Spezifikation der Zeichnung wird vor der Programmierung geprüft. Was nicht prüfbar spezifiziert ist, fällt vor dem Programm auf, nicht im Audit.
Aufwandsbasiert. Abgerechnet wird der Aufwand, der anfällt. Bei wiederkehrendem Bedarf lässt sich das über ein Stundenkontingent vereinbaren.
Übertragbares Wissen. Die gelieferten Programme sind dokumentiert und lesbar. Sie lassen sich intern weiterpflegen und dienen als Vorlage für die nächsten Teile.
Woran sich die Entscheidung festmacht
Fünf Fragen vor der Entscheidung
- Wie viele Programme entstehen im Jahr — und wie verteilt sich das über die Monate?
- Was kostet eine Stunde Maschinenzeit, die für die Programmierung belegt ist?
- Wer programmiert, wenn diese Person nicht verfügbar ist?
- Sind die Merkmale der Zeichnung eindeutig und prüfbar spezifiziert?
- Ab welcher Stückzahl trägt die eigene Software ihre Kosten?
Die Antworten liegen in Ihren Zahlen, nicht in einer allgemeinen Regel. Wer sie beisammen hat, sieht die Entscheidung meist deutlich.