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Ringvergleich Koordinatenmesstechnik – realistisch, anspruchsvoll und extrem lehrreich

Christian Schärer
2. Februar 2026 · 3 Min. Lesezeit
Das Werkstück des Ringvergleichs — bewertet wird mit dem En-Wert, der die Abweichung ins Verhältnis zur Messunsicherheit setzt.

2024/2025 haben wir erstmals am Ringvergleich Koordinatenmesstechnik der Hochschule Ost teilgenommen. Gemessen wurde bewusst ein reales Werkstück mit realen Form- und Lageabweichungen. Die Resultate wurden Anfang 2026 kommuniziert.

Beim Ringvergleich wird dieselbe Probe nacheinander von Prüflabor zu Prüflabor gesendet. Jedes Labor misst das Werkstück vollständig unabhängig, mit eigener Messstrategie, eigener Technologie und eigener Auswertung.

Die Messergebnisse werden inklusive Messunsicherheit abgegeben, ohne Kenntnis eines Referenz- oder Zielwerts.

Erst im Anschluss erfolgt die zentrale statistische Auswertung durch die OST. Der Referenzwert wird aus den Ergebnissen der Teilnehmenden gebildet, wobei die angegebene Messunsicherheit direkt in die Gewichtung einfliesst. Der Einfluss eines Ergebnisses auf den Referenzwert hängt direkt von der angegebenen Messunsicherheit ab.

Gerade bei realen Abweichungen zeigt sich, wie entscheidend Erfahrung in der Messstrategie ist. Eine sinnvoll gewählte und gezielt platzierte Punktemenge kann die nominelle Präzision einer Messanlage schlagen.

Ebenso wesentlich ist der bewusste Einsatz normkonformer Filter. Filter sind kein Detail, sondern integraler Bestandteil der normgerechten Bewertung.

Am Ende entscheidet das fundierte Normverständnis. Viele ISO-GPS-Spezifikationen sind extremwertabhängig. Wer diese Logik nicht sauber umsetzt, misst zwar reproduzierbar, bewertet aber nicht zwingend normkonform.

Unser Fazit
Punktemenge kann Präzision schlagen.
Normkonforme Filter sind essenziell.
Fundiertes Normverständnis ist entscheidend.

Genau solche Ringvergleiche und der fachliche Austausch unter Experten sichern die Qualität von Verifikationen in der Schweiz nachhaltig. So können wir als Partner der Schweizer Wirtschaft auch in Zukunft dazu beitragen, Hightech in der Schweiz herzustellen und Werkstücke normkonform, belastbar und nachvollziehbar zu bewerten.

Ein grosses Dankeschön an die OST – Ostschweizer Fachhochschule und insbesondere an Christoph Battaglia für die professionelle Organisation und den fachlich wertvollen Austausch.

Qualität entsteht durch Austausch. Ich freue mich auf den fachlichen Dialog.

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Christian Schärer
Inhaber und Geschäftsleiter CSL Industrielle Messtechnik · Normenausschuss Swissmem NK1 (Spiegelgremium zu ISO/TC 213)
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